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Joël Rodi: Im Einsatz der Fliesswasserrettung

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    sureVIVE
  • vor 4 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit





Die Fliesswasserrettung gehört zu den komplexesten Bereichen der modernen Rettung. Sie verlangt präzise Einsatzkoordination, schnelle Entscheidungen und eine hohe Aufmerksamkeit. Joël Rodi, der seit über 25 Jahren bei der SLRG aktiv ist, gibt Einblick in einen Alltag, der von Dynamik, Verantwortung und extremem Zeitdruck geprägt ist.


Strategie im Hauptberuf, Rettung aus Leidenschaft


Joël Rodi ist tief im St. Galler Rheintal verwurzelt. Während er hauptberuflich als stellvertretender Stabschef im kantonalen Führungsstab von St. Gallen strategische Verantwortung trägt, widmet er seine Freizeit der Wasserrettung. Als Leiter Einsatz bei der SLRG und aktiver Fliesswasserretter in der Fliesswasserrettung Ostschweiz kennt er beide Welten: die strategische Planung am Schreibtisch und das operative Handeln im reissenden Wasser.


Von der Alarmierung zum Einsatz


Ein Einsatz beginnt meist mit der Meldung einer im Fliessgewässer treibenden Person. Ob der Standort bekannt ist, entscheidet sofort über die Taktik: gezielte Rettung oder grossflächige Suche. Der Prozess ist dabei hochgradig digitalisiert:


  • Notruf: Eingang bei der kantonalen Notruf- und Einsatzleitzentrale.

  • Koordination: Fallübergabe an die Helikopter-Einsatzleitzentrale der Rega.

  • Digitale Alarmierung: Über eine spezialisierte Einsatz-App werden die Retter aufgeboten. Sie bestätigen per Knopfdruck ihre Verfügbarkeit und werden geolokalisiert, sodass die Einsatzleitung sofort sieht, welche Kräfte wo einsatzbereit sind.


„Die Organisation dieser ersten Phase ist das Schlüsselelement. Hier entscheidet sich, ob der Einsatz ein Erfolg oder ein Misserfolg wird.“

In dieser Phase legt der Koordinator gemeinsam mit der Helikopter-Einsatzleitzentrale der Rega fest, ob die Spezialisten bodengebunden ausrücken oder – wenn es schnell gehen muss – per Helikopter direkt zum Einsatzort geflogen werden.


Technische Präzision unter extremen Bedingungen


Ein Ereignis, das Joël Rodi besonders in Erinnerung geblieben ist, verdeutlicht die technische Komplexität: Eine Person war in einem Fluss zwischen Steinen eingeklemmt.


„Man musste sehr aufwendig eine Konstruktion erstellen, um überhaupt zur Person zu gelangen. Dabei steht die Eigensicherheit der Retter immer an oberster Stelle.“

Solche materialintensiven Einsätze fordern von den Teams nicht nur technisches Know-how, sondern auch höchste Konzentration unter physischer Belastung.


Die menschliche Seite: Kampf gegen die Uhr


In der Fliesswasserrettung ist Zeit der gnadenloseste Gegner. Oft rücken die Teams aus, wenn aus einer Rettung bereits eine Bergung geworden ist. Diese Realität gehört zum harten Alltag der Retter. Besonders belastend sind Einsätze, die junge Menschen betreffen, wie das Ereignis mit einem 14-jährigen Jungen, das Joël Rodi bis heute bewegt.


Hinter der effizienten Technik der SLRG und der Rega stehen am Ende immer Menschen, die bereit sind, in kritischen Momenten Verantwortung zu übernehmen. Joël Rodis Einblick macht deutlich: Erfolg im Wasser ist kein Zufall, sondern das Resultat aus jahrelanger Erfahrung und perfekt abgestimmter Teamarbeit.

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