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Mattia Vassalli: vom Wunsch zu helfen zur Professionalität im prähospitalen Rettungsdienst

  • Autorenbild: sureVIVE
    sureVIVE
  • 3. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit




Die Arbeit im Rettungsdienst erfordert Reaktionsschnelligkeit, Fachkompetenz und die Fähigkeit, sich Situationen anzupassen, die sich von einem Moment auf den anderen verändern. Die Geschichte von Mattia Vassalli, heute professioneller Mitarbeiter des Ambulanzdienstes Mendrisiotto, zeigt, wie eine Berufung unerwartet entstehen und sich zu einer Karriere entwickeln kann.


Ein Leben zwischen Stützpunkt und Einsätzen

Mattia Vassalli ist seit 2018 als Profi beim SAM tätig, nachdem er 2011 als Freiwilliger begonnen hatte. Sein Arbeitsalltag spielt sich hauptsächlich am Stützpunkt ab, mit Schichten von 8 oder 12 Stunden, stets bereit, beim Eintreffen eines Alarms sofort auszurücken. Jeder Einsatz beginnt mit der Annahme des Auftrags durch eines der beiden Crewmitglieder, während sich das andere an den Steuerplatz begibt, um schnell den Einsatzort zu erreichen.


Während der Fahrt tauschen sich die Rettungskräfte über mögliche Strategien aus, basierend auf den erhaltenen Informationen. Dies ermöglicht eine gute Vorbereitung, insbesondere bei Verdacht auf Traumata oder heikle klinische Situationen.


Protokolle, Kompetenz und schnelle Entscheidungen

Jeder Einsatz ist ein Gleichgewicht zwischen Protokollen und der Fähigkeit, die reale Situation richtig einzuschätzen. Mattia Vassalli betont die Bedeutung der ärztlich delegierten Massnahmen, klinische Instrumente, die regelmässig anhand internationaler Leitlinien und kantonaler ärztlicher Vorgaben aktualisiert werden. Dank dieser Vorgaben kann das Team rasch handeln, bei Bedarf Medikamente verabreichen und das für den Patienten am besten geeignete Krankenhaus auswählen.


Die emotionalen Herausforderungen des Berufs

Neben der technischen Seite erfordert der Beruf des Rettungssanitäters auch grosse emotionale Stärke. Mattia Vassalli berichtet, dass einige Situationen besonders belastend sind: der Umgang mit Angehörigen in kritischen Momenten, pädiatrische Einsätze und vor allem Erlebnisse, die tiefe Spuren hinterlassen.


Besonders erinnert er sich an einen Einsatz, den er nie vergessen wird:


„Der erste Reanimationseinsatz… bei einem achtjährigen pädiatrischen Patienten… den werde ich wahrscheinlich mein ganzes Leben lang in Erinnerung behalten.“

Es sind harte Momente, die zum Beruf gehören und oft zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung beitragen.


Ein Weg, der fast zufällig begann

Der berufliche Weg von Mattia Vassalli verläuft nicht geradlinig. Nach der Schule beginnt er eine Ausbildung als Automatiker, weit entfernt vom Gesundheitswesen. Parallel dazu engagiert er sich als freiwilliger Rettungssanitäter und nähert sich so schrittweise einem anderen Tätigkeitsfeld.


Später arbeitet er in einem Altersheim, zunächst aus praktischen Gründen, doch dort entsteht das echte Interesse an der Pflege. Er schliesst die Ausbildung zum Pflegeassistenten ab, wechselt an die Pflegeschule und kann dank seines freiwilligen Engagements die Ausbildung zum professionellen Rettungssanitäter absolvieren. Seitdem ist er diesen Weg konsequent weitergegangen.


Mehr als Einsätze: Daten, Analyse und Innovation

Neben seiner operativen Tätigkeit ist Mattia Vassalli auch Ansprechpartner für die Datenanalyse im klinischen Bereich. Eine Verantwortung, die sein Interesse an Informatik mit dem wachsenden Bedarf an Daten zur Verbesserung von Abläufen, Sicherheit und Servicequalität verbindet.


Diesen Aspekt seiner Arbeit beschreibt er so:


„Ich bin verantwortlich für den Bereich Datenanalyse… zum einen, weil ich gerne mit dem Computer arbeite… zum anderen wegen meines beruflichen Hintergrunds.“

Mit dem Start eines neuen Projekts im Bereich Forschung und Entwicklung wird sich sein Beitrag weiter ausdehnen.


Ein Profi, geprägt von Erfahrung und dem Willen, nicht stehenzubleiben

Die Geschichte von Mattia Vassalli zeigt, dass es keinen einzigen vorgegebenen Weg in einen Beruf gibt. Sein Werdegang ist geprägt von Versuchen, Richtungswechseln, einer im Einsatz entdeckten Leidenschaft und kontinuierlicher Weiterentwicklung. Heute ist er ein professioneller Rettungssanitäter, der klinische Kompetenz, operative Fähigkeiten und Interesse an Innovation vereint.


Ein Beispiel dafür, wie der prähospitale Rettungsdienst eine Profession ist, die Technik ebenso wie Menschlichkeit verlangt.

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