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Im Inneren des Rettungsdienstes

  • Autorenbild: sureVIVE
    sureVIVE
  • 13. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Die Geschichte von Andrea Bigi




Die Welt der medizinischen Notfallversorgung ist geprägt von Schnelligkeit, komplexen Entscheidungen und grosser Menschlichkeit. Davon berichtet Andrea Bigi. Heute ist er Operativer Leiter des Ambulanzdienstes Mendrisiotto (SAM) und lebt seit über zwanzig Jahren täglich die Realität des Rettungswesens.


Jeder Einsatz beginnt mit einem Anruf


In der prähospitalen Notfallversorgung ist nichts wirklich Routine. Daran erinnert Bigi, wenn er sagt:


„Typisch ist ein etwas seltsames Wort, weil alle unsere Einsätze unterschiedlich sind“.

Alles beginnt mit einem Anruf bei der 144, wenn jemand ein Unwohlsein oder eine kritische Situation meldet. Der Disponent beurteilt die Dringlichkeit und aktiviert die notwendigen Mittel: Ambulanz, Notarztfahrzeug oder weitere Unterstützung. Ab diesem Moment beginnt ein echter Wettlauf gegen die Zeit, mit einer klaren Regel:


„Bei einem Notfall müssen unsere Einsatzkräfte innerhalb von 120 Sekunden ausrücken“.

Eine mobile Intensivstation im Einsatzgebiet


Sobald das Team den Einsatzort erreicht, beginnt die Versorgung des Patienten. Andrea Bigi beschreibt den Krankenwagen als:


„Eine kleine Intensivstation, die sich zum Patienten bewegt“.

Hier werden ärztlich delegierte Massnahmen durchgeführt, Therapien eingeleitet und das geeignetste Ziel bestimmt: eine Notaufnahme, ein spezialisiertes Zentrum oder in manchen Fällen kein Transport.


Die Arbeit setzt sich während der Fahrt fort und endet mit der Übergabe im Krankenhaus, der Dokumentation des Einsatzes und der vollständigen Wiederherstellung des Fahrzeugs.


Analyse, Abläufe und kontinuierliche Verbesserung


Die Qualität des Rettungsdienstes endet nicht mit dem Einsatz. In besonderen Situationen wird ein strukturierter Austausch mit dem gesamten beteiligten Team organisiert:


„Wir führen ein Debriefing mit einem Instrument durch, das sich after action review nennt“.

So können Stärken, Schwachstellen und Verbesserungspotenziale aufgezeigt werden, um hohe Servicestandards zu sichern.


Die Rolle des operativen Leiters


Als operativer Leiter koordiniert Bigi Prozesse, Abläufe, Einsatzzeiten und die Organisation des Dienstes. Diese Position erfordert Weitblick, Organisationstalent und Entscheidungsfähigkeit. Gleichzeitig bleibt die Verbindung zum Einsatzgeschehen stark, insbesondere in seiner Funktion als regionaler Einsatzleiter, wo auch taktische Führung gefragt ist:


„Der Patient steht immer im Zentrum unseres Plans, unserer Tätigkeit“.

Ein Leitprinzip, das auch unter schwierigsten Bedingungen Bestand hat: Nachteinsätze, Regen, Schnee oder komplexe Szenarien.


Eine Berufung, die mit 15 begann


Die Leidenschaft für den Rettungsdienst entstand früh, während eines Praktikums bei der Croce Verde Lugano. Anschliessend trat Andrea Bigi in die erste Schweizer Ausbildung für professionelle Rettungssanitäter ein und kam 2001 zum SAM. Jahre der Tätigkeit führten ihn zunächst in die Ausbildung, später in die Verwaltung von Fahrzeugen, Material und der operativen Organisation.


2019 gewann er die Ausschreibung zum Operativen Leiter. Er übernahm die Funktion kurz vor dem Ausbruch von Covid, eine Zeit, die er so beschreibt:


„Wir wurden sehr schnell erwachsen… wir wurden abgehärtet“.

Seitdem konzentriert sich seine Tätigkeit auf Management, die Leitung komplexer Einsätze und kontinuierliche Weiterbildung.


Eine Laufbahn voller Leidenschaft und Verantwortung


Der Werdegang von Andrea Bigi erzählt von einer Welt, in der Professionalität, Schnelligkeit und Anpassungsfähigkeit mit einer tiefen Dienstbereitschaft verbunden sind. Eine Haltung, die sich in jeder Entscheidung, jeder Prozedur und jedem Einsatz widerspiegelt.


Eine ständige Erinnerung an das, was wirklich zählt: den Menschen, der Hilfe braucht.

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